Psychopath auf Tour

Heute morgen bin ich meine übliche Runde gefahren: Post, Bäcker usw. Außerhalb der Reihe war nun Tanken dran.  Gesagt getan, fuhr ich bei wunderschönem Wetter und  guter Laune auf das Tankstellengelände.  Auf einmal fährt ein  übellauniger  Fahrradfahrer (älterer kleinwüchsiger Mann) neben mir und beschimpft mich auf die vielfältigste Weise durch mein offenes Fenster. Ich wusste erst gar nicht was der von mir will und wo der überhaupt herkommt. Aus seinem Geschimpfe merkte ich, dass ich ihm die Vorfahrt genommen haben soll. Ich hatte ihn leider überhaupt nicht gesehen und eigentlich bin ich so gestrickt, dass ich mich sofort entschuldigt hätte. Da der Mann aber richtig bösartig wurde und mir das gar nicht gefiel, habe ich nur zu ihm gesagt, wenn er nicht gleich aufhört, dann zeige ich ihn wegen Beleidigung an und machte mein Fenster hoch. Da stellte er sein Fahrrad ab, klopfte wie wild an mein Fenster. Da bekam ich es richtig mit der Angst zu tun, da der völlig ausgeflippt ist. Er schrie mich an und ehe ich die Zentralverriegelung runter machen konnte, riß er meine Tür auf, brüllte und ich kämpfte mit ihm darum, dass ich meine Tür wieder zu machen kann. In der Zwischenzeit hatte ich so eine Angst und Panik, dass mir die Tränen liefen und ich zu dem nur noch sagte, dass ich die Polizei hole. Unter zitternden Händen habe ich dann aber erst einmal Stephan angerufen, dass er kommen soll, da er sich mit seinem Fahrrad vors Auto stellte und mich am wegfahren hinderte.

Zwischenzeitlich kam ein jüngerer Mann und mischte sich zu meinem Glück ein (vielen Dank noch einmal an meinen anonymen Retter!!!). Er holte ihn erst einmal von meiner Tür weg und redete auf ihn ein. Dann fragte er mich was denn vorgefallen sei (bis dahin dachte der junge Mann, ich hätte den Fahrradfahrer über den Haufen gefahren), als ich ihm dann aber schilderte, dass ich ihm wohl die Vorfahrt genommen habe, aber das nicht gesehen und ihn auch nicht berührt habe, war er ganz erstaunt, dass eigentlich nichts passiert ist. Unter Tränen erzählte ich ihm dann aber, dass der Mann völlig ausgerastet ist und ich mit ihm um meine Fahrertür kämpfen musste. Er redete dann noch einmal lange auf den Fahrradfahrer ein bis der endlich wegfuhr. Ich konnte dann endlich aussteigen und frische Luft schnappen. Dabei erzählte mir der junge Mann, dass er den Fahrradfahrer kennt und dass der sich öfters aufspielt und ausflippt.  Ich war so froh, dass er mir geholfen hat und er ist so lange geblieben, bis ich getankt und bezahlt hatte (da wir beide dachten, dass der Psycho noch einmal zurückkommt) und haben uns anschließend verabschiedet.

Stephan ist dann nicht mehr gekommen, da ich ja den Toröffner mithatte und er gar nicht vom Grundstück fahren konnte (hier müssen wir auch eine Lösung finden).  In diesem Sinne kann ich wirklich froh sein, dass es noch Männer gibt, die einer Frau in Bedrängnis helfen!  Vielen Dank!

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