Walpurgisnacht….

30. April 2008

ist eine schöne Tradition. Vor allem kann ich durch diesen heidnischen Brauchtum unseren Jahrestag nicht vergessen. Heute vor 11 Jahren bin ich mit Stephan auf der Walpurgisfeier auf der Leuchtenburg in Thüringen als Paar zusammen gekommen. Damals waren wir noch jung und haben “mehr oder weniger” in Jena studiert. Ach ist das lang her…

Heute 11 Jahre später haben wir einen  2 1/2 Wochen alten Sohn und wenn ich an all unsere Kritiker denke, die damals behaupteten, dass wir ja als Paar überhaupt nicht zusammen passen würden, wären sicherlich erstaunt darüber, dass wir es soweit geschafft haben (-:

Zurück zu heute: unseren Jahrestag haben wir nicht weiter gefeiert. Heute Morgen war ja der Bürgermeister-Empfang, heute Mittag waren wir in der Stadt und haben in einer unglaublichen Odyssee Post aufgegeben und heute Nachmittag war zum letzten Mal unsere Hebamme Andrea zum Hausbesuch da. Gustav wurde wieder gewogen und hat zur letzten Woche 300g zugenommen. So wiegt er heute 3800g.

Leider sind seine verklebten Augen immer noch nicht besser geworden, sodass wir die Homöopathischen „Liebesperlen“ noch einmal umgestellt haben. Ich hoffe, dass dadurch sich der Tränengang öffnet und seine Augen besser werden.

Ansonsten mussten wir heute das Schweinehaus reparieren. Nach dem unglaublichen Regen gestern offenbarte das Schweinhaus undichte Stellen im Dach, die wir heute mit Silicon abdichten mussten. Morgen soll es ja wieder regnen, jetzt hoffen wir, dass es dicht bleibt und die Schweinchen nicht wieder einen nassen Pelz bekommen.

Das war der letzte Tag im Monat April 2008. Ein aufregender Monat, der schnell vorüber gegangen ist. Morgen heißt es dann: Auf zur Mai-Demonstration mit Friedenstauben und bunten Bändern….


Begrüßungsgeld…

30. April 2008

ist eine super Erfindung. So wurden wir heute feierlich vom Bürgermeister Kurt Schwuchow im Gartensaal von Schloß Nischwitz empfangen. “Wir” heißt, alle Mütter mit ihren Babys, die im diesen Jahr in der Gemeinde Thallwitz geboren wurden. Das sind seit Anfang 2008 schon 5 Kinder. Unser Gustav war mit 2 1/2 Wochen der Jüngste von allen. Neben einer schönen Rede gab es Blümchen, eine Glückwunschkarte und sage und schreibe 100 Euro. Da lohnt es sich doch, wieder Kinder zu bekommen. Denn nicht nur von der Gemeinde gibt es Geld, sondern auch vom Landrat.

Natürlich war bei der feierlichen Übergabe auch die Presse da und am 2. Mai werde ich wohl mal zum Kiosk fahren und mir die Leipziger Volkszeitung mit Regionalteil Wurzen kaufen. Stephan hat aber auch Fotos gemacht, daher kann ich hier schon einmal das Ereignis im Bild festhalten.

Übrigens die Frau in “Weiß” bin ich, so kann ein Blitz die Farben verändern, denn ich hatte heute Babyrosa an, obwohl ich wohl Babyblau hätte anziehen müssen (-:

Auf dem letzten Bild ist der schöne Gartensaal zu sehen. Dieser ist prächtig mit Mythologischen Bildern gestaltet. Schön, dass wir den Saal auch mal von Innen sehen konnten. Bisher haben wir ihn immer nur durch die Scheibe hindurch gesehen.

Anbei noch ein Bild von der wunderschönen Decke im Gartensaal:


Frühling im Schloßpark

29. April 2008

Magnolienblüte

Regen, Kälte und Wind haben heute vergessen lassen, wie schön die letzten Tage waren. Gestern abend konnten wir auf unserer Gustav-Spazierausfahrt ein interessantes Schauspiel beobachten, was ich so auch noch nie gesehen habe. Und zwar haben zwei Eichelhäher hoch in den Wipfeln eine Waldohreule gehasst. Die Eule hatte es sich ganz gemütlich gemacht und das Eichelhäherpärchen, welches sicherlich dort in der Nähe ihr Nest hat, fand das gar nicht lustig und hat mit einem wahnsinnigen Gezeter die Eule umflogen. Die ist aber sehr selbstsicher sitzen geblieben und hat sich überhaupt nicht beeindrucken lassen. Schade das ich in diesem Moment meine Kamera nicht dabei hatte.

Auf unserem weiteren Weg durch den Schloßpark ist uns dann noch der Grünspecht über den Weg geflogen. Wunderschön mit seinem gelbgrünen Gefieder. Buntspechte sind hier viel öfter anzutreffen, daher habe ich mich über den Grünspecht sehr gefreut.

Familie Storch: Madam sitzt seit Tagen im Nest und läßt sich nicht blicken. Papa Storch schafft zur Zeit alleine weiteres Nistmaterial ran. Sicherlich werden dann bald die Küken schlüpfen. Ich bin schon sehr gespannt.

Hier ein paar Impressionen, wie zur Zeit unser Schloßpark aussieht:

Schloß Nischwitz

Schloß Nischwitz


Das die Weihnachtsgeschichte…

29. April 2008

geschönt wurde, ist uns heute wie Schuppen von den Augen gefallen. Unser Gustav hält uns seit gestern mit üblen Blähungen ganz schön auf Trapp. Heute Nachmittag waren wir alle drei so müde, dass wir uns erst einmal für ein kleines Stündchen hinlegen mussten. Kurz vor dem einschlafen ist uns die Weihnachtsgeschichte eingefallen und dazu einige Gründe, warum sie so nicht stimmen kann:

- Maria und Joseph haben ein Hotelzimmer gefunden, wurden aber rausgeschmissen, weil Jesus die ganze Zeit Blähungen und dementsprechend geschrieen hatte und die Hotelgäste nicht schlafen konnten. Aus diesem Grund hat der Hotelbesitzer die kleine Familie in den weit entfernten Stall ausquartiert.

- die drei heiligen Könige sind gar keine Könige, sondern drei Vertreter der Pharmaindustrie. Statt Myrre, Weihrauch und Gold brachten sie Lefax, Babybäuchleinöl und Beruhigungsschnuller.

- der Stern von Bethlehem war gar kein Stern, sondern die Nachtlichtlampe, die es Maria erleichtert, Jesus nachts zu stillen

Und die Mähr, das Maria eine unbefleckte Empfängnis hatte (sprich als Jungfrau schwanger wurde) kann nur so entstanden sein, dass Joseph immer sagte wenn Jesus bitterlich schrie: “das kann nicht mein Sohn sein”.

Ach ja und zu guter letzt hat die Unterbringung im Stall auch was Gutes gehabt: durch Zufall entdeckte Maria das gute Wollfett der Schafe, dass sehr gut gegen Brustwarzenentzündung ist. Diese Erkenntnis verkaufte sie an die drei Pharmareferenten, die bis heute das Wollfett unter “Lanolin” feil bieten.

Jetzt hoffe ich nur noch, dass wir jetzt nicht wegen Blasphemie an den Pranger gestellt werden oder schlimmstenfalls der örtliche Pfarrer unseren Gustav nicht tauft. Halleluja….


Mutterliebe

26. April 2008

Seit dem ich meinen kleinen Gustav das erste Mal in meinem Armen gehalten habe, könnte ich vor Liebe überquellen. Ständig muss ich an ihn riechen, ihn drücken, wenn er weint muss ich ihn sofort in meine Arme drücken und herzen. Stephan sagt jetzt schon, dass ich ihn zu sehr verwöhne. Aber kann man so einen kleinen Mann zu sehr verwöhnen? Nein eigentlich nicht. Meine Oma war gar nicht so begeistert, dass er bei uns im Bett mit schläft. Aber ich bringe es nicht über mein Herz, ihn in sein großes Bett zu stecken. Natürlich weiß ich auch, dass es immer schwerer wird, ihn an sein eigenes Bettchen zu gewöhnen, aber das hat ja noch Zeit. So lange wie ich stille, soll er nachts bei mir bleiben.

Jeden Tag entdecke ich etwas Neues an ihm. Wie er seine Lippen verzieht - entweder zu einem Grinsen oder einem “Ohh”, wie er seine Stirn in Falten legt, so als ob er über was ganz wichtiges Nachdenken würde. Mittlerweile hebt er sehr sicher sein Köpfchen und in seinen kleinen Fingern wird alles festgehalten, was in seine Nähe kommt. Mittlerweile hat er richtig Babyspeck bekommen und seine Härchen sind gewachsen. Erstaunt bin ich darüber, das er blonde Haare hat, wo doch Stephan und ich dunkle Haare haben. Wahrscheinlich hat er sie von seinem Uropa Friedrich, oder doch von Stephan, er soll nämlich als Kind blonde Locken gehabt haben.

Natürlich gucke ich auch ständig, was er wohl von wem hat und wem er ähnlich sieht. Eindeutig sind es meine Lippen und meine Ohren. Momentan hat er noch schöne dunkelgraue Augen und ich hoffe, dass sie vielleicht so bleiben. Aber die Chancen sind gering, sicherlich werden sie bald dunkelbraun wie meine werden. Von Stephan habe ich äußerlich noch nichts an ihm entdeckt, aber vielleicht hat er das Gemüt und den Charakter von ihm, dass wäre sehr schön.

Auf alle Fälle ist er mein Wonnepropen und er wird sicherlich ein richtiges Mamakind werden (-:


Wünsche & Realität

25. April 2008

Heute habe ich im Blog von Single Mom gelesen, worauf sie sich nach der Geburt freut. Eine ähnliche Liste hatte ich vor 4 Wochen auch geschrieben, aber es hat mir keiner gesagt, dass nach der Geburt nicht alles gleich ok ist. So hatte ich mir ebenso gewünscht, endlich wieder auf dem Bauch liegen zu können. Das ist seit der Geburt immer noch nicht möglich. Vor allem wenn die Brüste so stark mit der Gustav-Milch gefüllt sind, dass sie richtig schmerzen und heiß sind.

Das schlimmere Übel sind aber die starken Schmerzen meiner Naht. Erst konnte ich überhaupt nicht sitzen und laufen. Ersteres geht wieder, aber länger laufen und stehen ist immer noch sehr schmerzhaft. Kamillen-Bäder, Massagen und Homöpathische “Liebesperlen” sind meine Waffen, aber ich brauche wohl mehr Geduld.

Das Einzige was mich über die Schmerzen hinweg tröstet ist, dass die Naht eines Kaiserschnittes noch schmerzhafter ist und das ich als Gegenleistung für die Schmerzen so einen schönen und gesunden Gustav bekommen habe. Meine Oma hat zu mir gesagt, dass eine Geburt eine vergessene Krankheit ist und im nachhinein bin ich unglaublich stolz, dass ich das alles so geschafft habe. Unglaublich welche Angst ich vor dieser Geburt hatte und heute kommt sie mir vor wie ein Traum, obwohl sie erst 14 Tage zurück liegt.

Ach ja ich hatte mir noch gewünscht, dass ich bald wieder meine alten Sachen anziehen kann. Heute fehlen nur noch 4 Kilo bis zum alten Gewicht. Ich hoffe, dass das Stillen die Gewichtsabnahme weiterhin so positiv fördert. Die Umstandshosen habe ich schon in die hinterste Ecke des Kleiderschrankes verbannt und ich habe eine Hose gefunden, die vor der Schwangerschaft etwas zu weit war. Jetzt muss ich nur aufpassen, dass ich mein Ziel nicht aus den Augen verliere, denn Stillen macht so furchtbar hungrig…


Schweineland ist fertig

24. April 2008

Ich hatte es doch tatsächlich einen Tag vor Gustavs Geburt geschafft, dass Schweinehaus Wetterfest zu streichen. Manchmal denke ich, dass der Gustav nur darauf gewartet hat, dass ich vor seiner Geburt damit noch fertig werde. Stephan hat dann das Haus während meines Krankenhausaufenthaltes fertig gemacht und die Schweine ins Freie verbannt.

In den ersten Tagen waren sie ziemlich muksch darüber und haben uns ihren Allerwertesten gezeigt, doch mittlerweile haben sie sich schon sehr daran gewöhnt. Die Wiese ist zum Großteil schon von ihnen gemäht, sodass wir das Haus wohl des öfteren umstellen müssen.

Leider ist das Haus nicht ganz so perfekt, wie wir es uns vorgestellt haben. Das größte Problem ist die steile Leiter, die kein Schwein hoch- und runter laufen möchte. So müssen wir die Schweine jeden Morgen und Abend raus- bzw. reinsetzen. Hierfür müssen wir uns noch eine Lösung einfallen lassen. Der zweite negative Punkt ist, dass wir keine Innenklappe haben, die an die Stelle kommt, an der die Leiter nach unten geht. Das macht sich vor allem im Winter schlecht. Die Kälte soll ja schließlich nicht nach oben ziehen. Und der dritte negative Punkt ist, dass die Einstreu-Wanne zu niedrig ist. Das heißt, es passt zu wenig Einstreu rein, sodass nach zwei bis drei Tagen schon alles vollgepillert ist. Auch das ist im Winter nicht gerade schön. Leider gehen die Schweine auch nicht in die obere Etage, obwohl hier die Leiter schon flach ist. Wir haben es schon mit Lockfutter versucht. Es wurde zwar geholt, aber mehr auch nicht. Das ist schade, da sie so sehr gedrängt sitzen. Doch was will mensch das machen?

Vielleicht kann uns ja jemand einen Tipp geben, wie wir den einen oder anderen Kritikpunkt beheben können…


Was macht Familie Adebar?

24. April 2008

Vor zwei Tagen konnte ich zum ersten Mal wieder in unseren Schloßpark gehen. Meine Wunde verheilt leider langsam und sehr schmerzhaft, aber nach 1 1/2 Wochen Couch hat es mich bei diesem Bilderbuch-Wetter nicht mehr im Haus gehalten und bin mit Gustav in den Park spazieren gegangen.

Natürlich auch mit dem Hintergedanken, endlich das Nest von unserer Storchenfamilie zu finden. Ich habe sie auch gleich entdeckt. Sie haben ihr Nest auf einem alten Schornstein einer verfallenen Gärtnerei gebaut. Ich bin mir noch nicht so sicher, ob sie schon brüten, da Papa Storch immer noch kräftig jeden Tag Nistmaterial in rauen Mengen anbringt.

Leider kommt man nicht direkt auf das alte Gärtnerei-Gelände und wenn die Bäume bald alle ein dichtes Blätterdach haben, werde ich das Nest nicht mehr beobachten können. Aber sicherlich wird es einen Schleichweg geben….


Der erste Wachstumsschub

24. April 2008

Vor 2 Tagen wusste ich am späten Nachmittag bis spät in die Nacht nicht, was mit meinem kleinen Gustav los ist. Er ist seit seiner Geburt ein ganz ruhiger kleiner Mann, der nur weint, wenn er Hunger hat oder wenn die bösen Bauchpupse kommen. Ansonsten schläft er oder guckt mit großen Augen in der Weltgeschichte rum.

Aber nicht so vorgestern abend. Ständig war er quengelig. Alle halbe Stunde musste ich ihn stillen und kaum war die Brust einen Zentimeter von ihm entfernt, schon fing das Geschrei an. Ich wusste nicht mehr ein noch aus, da ich befürchtetet, dass ihm von dem vielen Trinken doch schlecht werden müsste und er anschließend alles wieder ausbricht. Aber dem war nicht so. Erst gegen 12:00 Uhr nachts konnten wir ihn irgendwie beruhigen und er hat doch tatsächlich bis zum anderen Morgen durchgeschlafen.

Am nächsten Tag kam meine Hebamme zum üblichen Termin und ich erzählte ihr gleich, dass ich nicht wusste was los gewesen ist. Die Ursache war ganz einfach: zwischen dem 10. und 16. Tag gibt es den ersten Wachstumsschub und den hatte er bekommen. Es sei auch ganz normal gewesen, dass er bei diesem Schub so viel Trinken wollte. Also alles im Lot!

PS: Er hat seit seiner Geburt 200g zugenommen und wiegt jetzt 3500g. Die ersten Hamsterbäckchen sind auch schon da. Und er ist so knuddelig….


Mein Geburtsbericht….

24. April 2008

ist wenig spektakulär. Alle Horrorgeschichten die ich vorher von anderen Frauen gehört und gelesen habe, sind Gott sei Dank nicht eingetreten.

Wie ich in den vorherigen Blogs schon geschrieben hatte, hatte ich in der Woche vor Gustavs Geburt immer wieder Wehen. Diese wurden Freitagabend, nachdem Stephan um 23:00 Uhr !!! noch eine böse Arbeits-E-Mail bekommen hatte und ich mich furchtbar darüber aufgeregt habe, recht deutlich. Sie waren aber auszuhalten, sodass ich ganz normal Freitagabend schlafen gegangen bin. Gegen 5:00 Uhr früh bin ich aufgewacht und der erste Gedanke war, heute geht es wirklich los. Ich bin dann aufgestanden und habe meine Krankenhaustasche gepackt. Anschließend habe ich Stephan geweckt und mich noch eine Stunde zu ihm gekuschelt. In dieser Zeit kamen die Wehen rund alle 6 Minuten. Um 7:00 Uhr hat es mich dann nicht mehr gehalten und habe im Kreißsaal angerufen, ob ich denn kommen könnte (bis dahin war ich mir noch nicht 100%ig sicher, ob es nicht doch Übungswehen sind). In diesem Moment hatte ich das erste Mal Kontakt mit meiner Geburts-Hebamme Peggy, die meinte, wenn ich starke Schmerzen habe, soll ich gleich los fahren. Was ich dann auch tat und so gegen 7:45 war ich dann im Eilenburger Krankenhaus.

Der Anfang war für mich ziemlich stressig, da ich Angst in Krankenhäusern bekomme. Nervig war vor allem, dass wir noch das ganze bürokratische Prozedere erledigen mussten. Ich lag am CTG mit Wehen und wurde dann gefragt, was ich wann für welche Krankheiten hatte, was mein Beruf ist, usw. Als ob mich das in diesem Moment interessiert hätte. Da der Muttermund zu diesem Zeitpunkt erst 3 cm offen war, wurde ich auf ein anderes Zimmer außerhalb des Kreißsaales gebracht. Dort hat es mich aber nicht gehalten und ich hatte den Drang mit Stephan den langen Krankenhausgang hoch und runter zu laufen. So gegen 9:00 Uhr hatte ich so starke Wehen, dass ich das ganze abbrechen wollte und gefragt habe, was die Schwester denn jetzt tun könnte. Die bittere Wahrheit war, dass sie gar nichts tun konnte. Ich durfte dann aber zurück in den Kreißsaal, wo ich dann einen Einlauf und eine schicke unten rum Rasur bekommen habe. Laut Mutterpass stellten Sie nun fest, dass eine wichtige Blutuntersuchung fehlte, die nun dringend nachgeholt werden musste. Also Kanüle rein in meinen Arm und die Vampire begannen zu saugen. Wie ich das liebe…

Im Laufe der Zeit wurden die Wehen in kürzeren Abständen so heftig, sodass ich nach einem Schmerzmittel gefragt habe. Ich bin froh, dass sie nicht gleich wie in anderen Kliniken eine PDA gemacht haben, sondern mir eine “LMA” Spritze verabreicht haben. Diese bewirkt, dass frau zwischen den Wehen einschläft und pünktlich zu jeder neuen Wehe wach wird. Irgendwann zwischen 11 und 12 Uhr waren die Wehen dann so schlimm, dass ich mich furchtbar erbrechen musste (im Nachhinein mit fast der schlimmste Moment). Wenn ich aber gewusst hätte, dass gegen 13:00 Uhr dann noch einmal 5 oder 6 Killerwehen kommen würden, hätte ich mich sicherlich vorher totschlagen lassen. So aber habe ich diese durchlebt und wenn ich bis dahin nicht geschrieen habe, so tat ich es bei den letzten 5 Wehen. Ich wundere mich dass ich anschließend überhaupt noch Stimme gehabt habe. Die ganze Zeit saß Stephan hinter oder neben mir und ich habe seine Hand zerquetscht. Zwischendurch hat Peggy immer wieder den Muttermund kontrolliert und dann hat sie beschlossen, dass sie meine Fruchtblase aufmacht. Dabei hatte ich immer die Befürchtung, dass meine Fruchtblase irgendwo in einem Supermarkt aufgeht und auf einmal ist alles ganz anders gekommen.

Irgendwann nach 13:00 Uhr hat dann Peggy zu mir gesagt, dass ich jetzt aufhören soll mit schreien, ich soll meine ganze Kraft ins Pressen verlegen. Da war ich ganz verblüfft: “wie jetzt schon Pressen?”, ich habe immer auf die Monster-Wehen gewartet, da Peggy irgendwann mal sagt, sie werden noch schlimmer. So tat ich wie geheißen und presste was das Zeug hielt. Nach drei oder vier Presswehen war dann Gustav um 13:30 Uhr endlich auf der Welt. Da ich während der ganzen Presserei die Augen zu hatte, habe ich auch nicht mitbekommen, dass der Arzt einen Dammschnitt machte. Im Nachhinein bin ich aber froh darüber, denn wenn ich den Arzt mit der Schere gesehen hätte, wäre ich sicherlich vom Bett aufgesprungen und weggelaufen.

Nun kam der schönste Moment meines Lebens, Stephan schnitt die Nabelschnur durch und anschließend legten sie mir meinen Gustav in die Arme. Da habe ich vor Glück richtig doll geweint (ups, jetzt stehen mir schon wieder die Tränen in den Augen). Diese Zeit wurde dazu genutzt, dass Peggy noch die Nachgeburt aus meinem Bauch herausholte. Auch das habe ich alles nicht gesehen und ich musste Stephan fragen, wie denn so etwas aussieht. Leider wurde Gustav nach dieser Prozedur wieder abgeholt und unter die Höhensonne gelegt, während ich genäht und gesäubert wurde. Zwischenzeitlich wurde dann bei Gustav auch gleich die U1 durchgeführt, sowie gebadet und angezogen und ich bekam ihn ganz schnell in meine Arme zurück…

Das ist schon das Ende meines Geburtsberichtes. Ich konnte dann mit Gustav und Stephan in mein Zimmer.

Heute bin ich so glücklich darüber, dass ich laut meiner Hebamme Peggy eine Bilderbuch Geburt hatte und der Gustav gesund und munter auf die Welt gekommen ist. Was gibt es Schöneres?

Ich möchte mich hier ganz herzlich bei Peggy bedanken, die mich während der Geburt sehr gut begleitet hat. Sie war die Ruhe selbst und ich habe es sehr geschätzt, dass sie klare und deutliche Anweisungen gemacht hat, sodass der Gustav so schnell auf die Welt gekommen ist.

Gustav im Kreißsaal, er wird das erste Mal gewickelt…

Mama Jana mit Gustav im Kreißsaal… boh sehe ich fertig aus