Horror Tag
war gestern. Ich stand so unter Schock, das ich stundenlang nur geheult habe.
Was ist passiert? Wir sind früh um halb Sieben aufgewacht und nach einer kleinen Tastuntersuchung an Gustavs Strampler stand fest, er muss gewickelt werden. Nachdem ich das schon in der Nacht 2 x getan hatte und noch völlig müde war, habe ich Stephan gebeten, dass Wickeln zu übernehmen. Er ging dann auch mit dem Kleinen ins Bad und wenig später hörte ich nur einen dumpfen Knall und dann lautes Geschrei. Ich bin dann ins Bad gesprungen und habe Stephan gefragt, was denn passiert war. Erst druckste er ein wenig rum und dann gestand er, dass Gustav vom Wickeltisch gefallen ist. In dem Moment geriet ich so in Panik, herrschte Stephan nur noch an, dass er sich sofort anziehen soll und wir ins Krankenhaus müssen. Gustav lag derweil seelenruhig da und guckte uns nur an. Mein Gedanke war: hoher Wickeltisch, Fliesen, Köpfchen, innere Blutungen…
Wir also in Windeseile ins nahe gelegene Wurzener Krankenhaus, Notaufnahme. Und es dauerte in meinen Augen eine Ewigkeit, bis wir dann endlich zum Kinderarzt durften. Er untersuchte ihn dann sofort mit Ultraschall. Er konnte aber nichts feststellen, auch keine Knochenbrüche, einfach gar nichts. Trotzdem sagte man uns, dass Gustav für 48 Stunden überwacht werden muss, da zumindest eine Gehirnerschütterung zu erwarten war. Zum Hergang kann ich leider nicht viel sagen, da ich ja nicht dabei gewesen bin. Ich weiß nur soviel, dass er sich zwar noch nicht drehen kann aber mit seinen Beinen und Po immer wieder so eine Art Luftsprünge macht. Dabei ist er wohl verrutscht, gefallen und Gott sei Dank mit dem Bauch aufgekommen und nicht mit dem Köpfchen. Das innerhalb von einer Sekunde, denn Stephan hat sich nur kurz zum Waschbecken umgedreht, um den Waschlappen naß zu machen.
Zurück zum Krankenhaus: nachdem das Prozedere beim Kinderarzt vorbei war, ging das Nächste los. Die ganzen Kabel, Blutabnahme, da und dort Papierkram unterschreiben- und ich war nur am heulen. Mein kleiner Gustav in den Händen der vielen Schwestern und Ärzte. Das ging den ganzen Vor- und Nachmittag. Zwischendurch schickten sie mich zur Apotheke, eine Milchpumpe zu holen. Vorher noch zum Frauenarzt, da ich ein Rezept brauchte. Gott sei Dank war Stephan immer an meiner Seite, alleine hätte ich das nicht durch gestanden. Ich war zwar erst sehr sauer auf ihm, weil er mir erst nicht sagen wollte, was passiert ist. Er hat das damit begründet, dass er befürchtete, dass ich mich darüber aufregen würde. Der ist gut, als Mama habe ich Todesängste gehabt.
Ich bin dann gestern bis spät in die Nacht im Krankenhaus geblieben, habe noch abgepumpt, sodass er in der Nacht meine Muttermilch trinken konnte. Durch die ganze Aufregung hatte ich dann gestern Abend fast gar keine Milch mehr und geriet dann noch in zusätzliche Aufregung, weil ich bisher eigentlich immer viel zu viel hatte. Dies war aber unbegründet, heute Nacht habe ich wieder soviel produziert, dass ich heute früh vor der Fahrt zum Krankenhaus noch ein ganzes Flächchen abpumpen konnte.
Heute Morgen bin ich gleich wieder hin, stillen und Arzt befragen, ob es eine Veränderung gegeben hat. Zu unserem Glück, hatte sich nichts negativ verändert.
Heute früh hatte dann eine andere Schwester wieder Dienst und diese hat mich bis vorhin auch noch fertig gemacht. Immer wieder hat sie gefragt, wie denn das passieren konnte. Immer und immer wieder, als ob sie von der Polizei ist und mich nun überführen will.
Die anderen Schwestern gestern dagegen, waren so nett, haben mich immer wieder damit getröstet, dass es fast in jeder Familie vorkommt und der Arzt hat uns noch einmal beruhigt, dass in den meisten Fällen dabei gar nichts passiert. Auch mein Vater und die Tante von Stephan, alle erzählten, das Ihnen das auch passiert ist. Ich habe mich trotzdem schuldig gefühlt, weil ich Stephan zum Windeln geschickt hatte und ich es nicht selber getan habe. Andererseits hätte es mir auch passieren können. Unser Kleiner ist schon so agil, dass wir jetzt immer höllisch aufpassen müssen. Die Konsequenz war gestern Abend, als ich noch im Krankenhaus war, dass Stephan die Wickelkommode abgebaut hat und wir alles auf den Boden verlagert haben.
Nachher fahre ich wieder ins Krankenhaus, mit ihm kuscheln und stillen und hoffentlich können wir ihn morgen früh um 7:00 Uhr wieder nach Hause holen. Ich bekomme jedes Mal Heulkrämpfe wenn ich den leeren Kinderwagen sehe. Wie soll das nur werden, wenn er später 14 Tage ins Ferienlager fährt oder mal wirklich ernsthaft krank wird? Aber darüber sollte ich mir keine Gedanken machen. Ich bin froh, dass Gustav gestern 1000 Schutzengel hatte und nichts passiert ist.


4. Juli 2008 um 21:45
Hallo, unser Sohn ist im Alter von ca. 9 Monaten bei meinem Mann vom Arm gefallen gewesen und aus einer Höhe von ca. 1,50 oder 1,60 mit dem Kopf auf Schotter aufgeschlagen. Hab meinen Mann damals auch erstmal angeschrieen. Wir sind dann auch ins KH nach Halle/Saale, dort haben sie uns zur Beobachtung für 48 Tage da behalten. Ich war aber mit dageblieben, das stand bei denen gar nicht zur Debatte, hatten es sofort angeboten, da ich morgens noch gestillt hatte (fällt mir grad auf, dass ich vorhin was von 7 Monaten und letztem Stillen geschrieben hatte, passt nicht ganz, egal, ist irgendwie schon so lange her ;-)). Find es deshalb echt hammerhart, dass ihr euren kleinen Spatz da so mutterseelenallein da lassen musstet und dann auch noch so dumme Sprüche gekommen sind….
4. Juli 2008 um 21:59
@ Kathi ja das Krankenhaus war der Horror, aber ich hätte dableiben können. Nur ich konnte nicht, ich kann in KH nicht schlafen und bin dann fix und fertig, ich habe so ein Schiß dort… darum bin ich spät in der Nacht noch nach Hause, damit ich überhaupt ein paar Stündchen schlafen konnte, aber mich hat es innerlich zerissen, Gustav dort alleine zu lassen und ich bete für die Zukunft, dass er nie wieder krank wird und dorthin muss!