Im Krankenhaus

Gustav geht es sehr gut. Auch die letzten Tests heute Nachmittag haben keine Änderungen gezeigt. Eigentlich wollte ich ihn dann unbedingt mit nach Hause nehmen und meine Hebamme hat mich in dem Vorhaben noch bestärkt, da sie auch der Meinung war, wenn nichts festgestellt wird, warum soll er noch die Nacht da bleiben. Leider sahen das die Ärzte völlig anders, haben sogar mit Jugendamt und Polizei gedroht. Ich war außer mir, als ob ich zu den Müttern gehöre, die ihre Kinder ins Gefrierfach 20 Jahre lang legen oder im Wald aussetzen. Nach einigem Hin und Her habe ich dann unüberzeugter Weise zugestimmt, dass Gustav noch bis morgen früh dableibt. Ich hatte zwar angeboten, dass ich ihn über Nacht mitnehme und morgen früh noch einmal zur Kontrolle bringen, doch das ist angeblich aus behördlicher Sicht nicht möglich, da er erst entlassen werden müsste und morgen dann nicht mehr im Krankenhaus behandelt werden darf und zum Kinderarzt muss.

Aber aus diesem Unglück habe ich auch gelernt, dass ich das nächste Mal nicht gleich ins Krankenhaus sondern zu einem normalen Kinderarzt fahre. Es gibt nette Schwestern aber es gibt auch etliche Drachen. Die einen sind hilfsbereit, die anderen meckern nur rum. So habe ich heute, obwohl ich mehrmals “ja” gesagt habe, kein Frühstück und Mittagessen bekommen. Heute abend war wieder die nette Schwester da und sie hat sofort Abendbrot gebracht. Als stillende und begleitende Mama bekommt frau das Essen kostenlos, daher habe ich diesen Aufstand nicht verstanden. Die eine sagte, ich bekomme nichts weil ich dort nicht schlafe, die andere sagte wieder, dass das überhaupt keine Rolle spielt. Naja, so habe ich wenigstens eine Mahlzeit bekommen, der Rest tut meiner Figur tut. Ich hätte mich zwar Beschweren sollen, meine Familie hat mir dazu geraten, aber ich hatte nicht die Nerven dafür. Insgesamt bin ich vor allem über die Betreuung von Gustav enttäuscht. Alles was ich im Krankenhaus von Eilenburg kennen- und schätzen gelernt habe, wird dort nicht gemacht. Die Babytücher mit all der Chemie werden nicht ausgewaschen, die verklebten Augen wurden nicht gereinigt, es gibt keinen Stillraum oder bequemen Stillsessel. Die eine Schwester hat sogar kurz nach dem Stillen Druck gemacht, dass er sofort an die Überwachungsgeräte müsste, die nette Schwester hat mich in Ruhe stillen und kuscheln lassen. Heute früh war dann Gustav auch noch in einem anderen Raum, mehr eine Abstellkammer ohne Bett für mich. Nach einigem Drängen habe ich dann eine Klappliege bekommen, die wirklich “sehr bequem” war…. So unterschiedlich sind die Herangehensweisen.

Auf alle Fälle hole ich ihn morgen früh…

Hier ein paar Bilder aus dem Krankenhaus mit meinem Handy aufgenommen.

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