Pigalle, Pigalle,
so heißt die große Mausefalle, mitten in meinem Schlafzimmer. So oder ähnlich hätte ich heute nacht singen können. Gegen halb vier Uhr morgens hat mich mein Gustav mit dem üblichen großen Milchhunger geweckt. So saß ich dann mit ihm schön gekuschelt in meinem Bettchen und mir vielen immer wieder die Augen zu, während er schön an meinen Brüsten schmatzte. Mitten im Halbschlaf hörte ich dann ein leises “trapp, trapp”, “knister, krabbel”, “knusper, knusper”, “trapp, trapp”. Erst dachte ich, ich hätte mich verhört. Aber einige Minuten später ging das wieder los, diesmal noch lauter. Mir wurde richtig unheimlich und die Müdigkeit war mit einmal verflogen. Ich hatte ja nur mein kleines Nachtlicht an und konnte nicht in die Ecken vom Schlafzimmer gucken. Nachdem es dann immer wieder aus der Ecke knusperte und Gustav fertig mit stillen war, musste ich Stephan wecken. In diesem Zustand konnte ich nicht weiter einschlafen. Die Vorstellung, irgendein unbekanntes Tier in meinem Schlafzimmer war unerträglich. Stephan wollte mir erst nicht glauben, doch nachdem er auch das laute Geräusch von nagen, laufen und fressen vernommen hatte, wurde sein Jagdinstinkt geweckt. Mitten in der Nacht gingen dann die Lichter an und wir suchten nach dem großen gefrässigen Tier.
Im ersten Moment vermuteten wir im Dachstuhl einen Marder, denn wie sollte ein Tier ins Schlafzimmer kommen? Aber dafür war das Geräusch zu nah und nach einigem suchen fanden wir dann auch den Übeltäter. Zwischen Wand und Schlafzimmerschrank saß eine kleine, dicke, nasewackelnde dunkelgraue Maus. Auch die Eingangstür war nicht weit, denn hinterm Schrank mussten wir die Verblendung vom Laminat abmachen (damit wir unseren Schrank richtig aufstellen konnten) und dort ist ein kleines Schlupfloch zu finden. Heute Nacht konnten wir die Maus aber nicht mehr fangen. So sind wir gleich heute Vormittag in den Baumarkt gefahren und haben zwei Mausefallen gekauft. Denn wo eine Maus auf der 2. Etage ist, sind auch möglicherweise weitere Mäuse im Erdgeschoß (vornehmlich in meinem Vorratsschrank!). Nach einem Gespräch mit meiner Nachbarin hat sich die Vermutung verstärkt, denn auch sie hat schon in ihrer Badewanne und im Kinderzimmer jeweils eine Maus gefunden. Und im Gegensatz zu mir, hat sie auch noch Angst vor diesen kleinen Tierchen. Angst habe ich zwar nicht, aber sie müssen nicht in meinem Haus wohnen. Mit unserer Mausefalle drohen wir Ihnen mit einer Zwangsräumung, mal sehen ob es klappt…

