Wünsche & Realität

25. April 2008

Heute habe ich im Blog von Single Mom gelesen, worauf sie sich nach der Geburt freut. Eine ähnliche Liste hatte ich vor 4 Wochen auch geschrieben, aber es hat mir keiner gesagt, dass nach der Geburt nicht alles gleich ok ist. So hatte ich mir ebenso gewünscht, endlich wieder auf dem Bauch liegen zu können. Das ist seit der Geburt immer noch nicht möglich. Vor allem wenn die Brüste so stark mit der Gustav-Milch gefüllt sind, dass sie richtig schmerzen und heiß sind.

Das schlimmere Übel sind aber die starken Schmerzen meiner Naht. Erst konnte ich überhaupt nicht sitzen und laufen. Ersteres geht wieder, aber länger laufen und stehen ist immer noch sehr schmerzhaft. Kamillen-Bäder, Massagen und Homöpathische “Liebesperlen” sind meine Waffen, aber ich brauche wohl mehr Geduld.

Das Einzige was mich über die Schmerzen hinweg tröstet ist, dass die Naht eines Kaiserschnittes noch schmerzhafter ist und das ich als Gegenleistung für die Schmerzen so einen schönen und gesunden Gustav bekommen habe. Meine Oma hat zu mir gesagt, dass eine Geburt eine vergessene Krankheit ist und im nachhinein bin ich unglaublich stolz, dass ich das alles so geschafft habe. Unglaublich welche Angst ich vor dieser Geburt hatte und heute kommt sie mir vor wie ein Traum, obwohl sie erst 14 Tage zurück liegt.

Ach ja ich hatte mir noch gewünscht, dass ich bald wieder meine alten Sachen anziehen kann. Heute fehlen nur noch 4 Kilo bis zum alten Gewicht. Ich hoffe, dass das Stillen die Gewichtsabnahme weiterhin so positiv fördert. Die Umstandshosen habe ich schon in die hinterste Ecke des Kleiderschrankes verbannt und ich habe eine Hose gefunden, die vor der Schwangerschaft etwas zu weit war. Jetzt muss ich nur aufpassen, dass ich mein Ziel nicht aus den Augen verliere, denn Stillen macht so furchtbar hungrig…


Mein Geburtsbericht….

24. April 2008

ist wenig spektakulär. Alle Horrorgeschichten die ich vorher von anderen Frauen gehört und gelesen habe, sind Gott sei Dank nicht eingetreten.

Wie ich in den vorherigen Blogs schon geschrieben hatte, hatte ich in der Woche vor Gustavs Geburt immer wieder Wehen. Diese wurden Freitagabend, nachdem Stephan um 23:00 Uhr !!! noch eine böse Arbeits-E-Mail bekommen hatte und ich mich furchtbar darüber aufgeregt habe, recht deutlich. Sie waren aber auszuhalten, sodass ich ganz normal Freitagabend schlafen gegangen bin. Gegen 5:00 Uhr früh bin ich aufgewacht und der erste Gedanke war, heute geht es wirklich los. Ich bin dann aufgestanden und habe meine Krankenhaustasche gepackt. Anschließend habe ich Stephan geweckt und mich noch eine Stunde zu ihm gekuschelt. In dieser Zeit kamen die Wehen rund alle 6 Minuten. Um 7:00 Uhr hat es mich dann nicht mehr gehalten und habe im Kreißsaal angerufen, ob ich denn kommen könnte (bis dahin war ich mir noch nicht 100%ig sicher, ob es nicht doch Übungswehen sind). In diesem Moment hatte ich das erste Mal Kontakt mit meiner Geburts-Hebamme Peggy, die meinte, wenn ich starke Schmerzen habe, soll ich gleich los fahren. Was ich dann auch tat und so gegen 7:45 war ich dann im Eilenburger Krankenhaus.

Der Anfang war für mich ziemlich stressig, da ich Angst in Krankenhäusern bekomme. Nervig war vor allem, dass wir noch das ganze bürokratische Prozedere erledigen mussten. Ich lag am CTG mit Wehen und wurde dann gefragt, was ich wann für welche Krankheiten hatte, was mein Beruf ist, usw. Als ob mich das in diesem Moment interessiert hätte. Da der Muttermund zu diesem Zeitpunkt erst 3 cm offen war, wurde ich auf ein anderes Zimmer außerhalb des Kreißsaales gebracht. Dort hat es mich aber nicht gehalten und ich hatte den Drang mit Stephan den langen Krankenhausgang hoch und runter zu laufen. So gegen 9:00 Uhr hatte ich so starke Wehen, dass ich das ganze abbrechen wollte und gefragt habe, was die Schwester denn jetzt tun könnte. Die bittere Wahrheit war, dass sie gar nichts tun konnte. Ich durfte dann aber zurück in den Kreißsaal, wo ich dann einen Einlauf und eine schicke unten rum Rasur bekommen habe. Laut Mutterpass stellten Sie nun fest, dass eine wichtige Blutuntersuchung fehlte, die nun dringend nachgeholt werden musste. Also Kanüle rein in meinen Arm und die Vampire begannen zu saugen. Wie ich das liebe…

Im Laufe der Zeit wurden die Wehen in kürzeren Abständen so heftig, sodass ich nach einem Schmerzmittel gefragt habe. Ich bin froh, dass sie nicht gleich wie in anderen Kliniken eine PDA gemacht haben, sondern mir eine “LMA” Spritze verabreicht haben. Diese bewirkt, dass frau zwischen den Wehen einschläft und pünktlich zu jeder neuen Wehe wach wird. Irgendwann zwischen 11 und 12 Uhr waren die Wehen dann so schlimm, dass ich mich furchtbar erbrechen musste (im Nachhinein mit fast der schlimmste Moment). Wenn ich aber gewusst hätte, dass gegen 13:00 Uhr dann noch einmal 5 oder 6 Killerwehen kommen würden, hätte ich mich sicherlich vorher totschlagen lassen. So aber habe ich diese durchlebt und wenn ich bis dahin nicht geschrieen habe, so tat ich es bei den letzten 5 Wehen. Ich wundere mich dass ich anschließend überhaupt noch Stimme gehabt habe. Die ganze Zeit saß Stephan hinter oder neben mir und ich habe seine Hand zerquetscht. Zwischendurch hat Peggy immer wieder den Muttermund kontrolliert und dann hat sie beschlossen, dass sie meine Fruchtblase aufmacht. Dabei hatte ich immer die Befürchtung, dass meine Fruchtblase irgendwo in einem Supermarkt aufgeht und auf einmal ist alles ganz anders gekommen.

Irgendwann nach 13:00 Uhr hat dann Peggy zu mir gesagt, dass ich jetzt aufhören soll mit schreien, ich soll meine ganze Kraft ins Pressen verlegen. Da war ich ganz verblüfft: “wie jetzt schon Pressen?”, ich habe immer auf die Monster-Wehen gewartet, da Peggy irgendwann mal sagt, sie werden noch schlimmer. So tat ich wie geheißen und presste was das Zeug hielt. Nach drei oder vier Presswehen war dann Gustav um 13:30 Uhr endlich auf der Welt. Da ich während der ganzen Presserei die Augen zu hatte, habe ich auch nicht mitbekommen, dass der Arzt einen Dammschnitt machte. Im Nachhinein bin ich aber froh darüber, denn wenn ich den Arzt mit der Schere gesehen hätte, wäre ich sicherlich vom Bett aufgesprungen und weggelaufen.

Nun kam der schönste Moment meines Lebens, Stephan schnitt die Nabelschnur durch und anschließend legten sie mir meinen Gustav in die Arme. Da habe ich vor Glück richtig doll geweint (ups, jetzt stehen mir schon wieder die Tränen in den Augen). Diese Zeit wurde dazu genutzt, dass Peggy noch die Nachgeburt aus meinem Bauch herausholte. Auch das habe ich alles nicht gesehen und ich musste Stephan fragen, wie denn so etwas aussieht. Leider wurde Gustav nach dieser Prozedur wieder abgeholt und unter die Höhensonne gelegt, während ich genäht und gesäubert wurde. Zwischenzeitlich wurde dann bei Gustav auch gleich die U1 durchgeführt, sowie gebadet und angezogen und ich bekam ihn ganz schnell in meine Arme zurück…

Das ist schon das Ende meines Geburtsberichtes. Ich konnte dann mit Gustav und Stephan in mein Zimmer.

Heute bin ich so glücklich darüber, dass ich laut meiner Hebamme Peggy eine Bilderbuch Geburt hatte und der Gustav gesund und munter auf die Welt gekommen ist. Was gibt es Schöneres?

Ich möchte mich hier ganz herzlich bei Peggy bedanken, die mich während der Geburt sehr gut begleitet hat. Sie war die Ruhe selbst und ich habe es sehr geschätzt, dass sie klare und deutliche Anweisungen gemacht hat, sodass der Gustav so schnell auf die Welt gekommen ist.

Gustav im Kreißsaal, er wird das erste Mal gewickelt…

Mama Jana mit Gustav im Kreißsaal… boh sehe ich fertig aus


Montagsfrust - das örtliche Krankenhaus

17. März 2008

Da wir ja nun in der Nähe von Wurzen leben und das örtliche Krankenhaus nur 5 Minuten von uns entfernt ist, war ich kurzfristig der Meinung, vielleicht dort entbinden zu können.  Mit diesen Gedanken und einer umfangreichen Recherche auf der Internetseite des Krankenhauses, habe ich heute morgen voller Elan auf der Geburtsstation angerufen, um nach einem Besichtigungstermin des Kreißsaales zu fragen. Auf der Homepage steht nämlich sehr einladend, dass man anrufen soll, um einen Termin zu vereinbaren.

Was musste ich aber erleben? Eine sehr schlecht gelaunte Krankenschwester ging ans Telefon und bellte mich sofort an, dass das heute nun überhaupt nicht ginge. Ich war so verblüfft, dass ich nur sagte, dass es mir gar nicht um heute ging, sondern um einen Termin im Laufe dieser oder nächster Woche. In einem herrischen Ton bellte sie zurück, ich solle jeden Tag anrufen, um zu fragen, wann es denn ginge, Termine könnte sie mir keine nennen. Das die gute Frau im Streß stand, weil die 4 Entbindungszimmer heute morgen voll belegt war, kann ich ja verstehen. Was ich nicht akzeptiere, war der Ton und die Art der Schwester. Ein Feldwebel ist ein Waisenknabe dagegen. Wenn Sie wenigstens nett gesagt hätte, dass es heute ungünstig wäre und sie würde mich zurückrufen, wäre das ein anderer Schnack gewesen, aber so?

So habe ich heute beschlossen, wenn mir genügend Zeit bleibt, fahre ich wie vereinbart ins Elisabeth-Krankenhaus nach Leipzig. Dort waren alle sehr nett (der Chefarzt hat dort die Feindiagnostik bei mir gemacht) und die Geburtsstation sah nicht aus wie eine Klinik.

Soviel zum Thema Service, der wohl beim hiesigen Krankenhauspersonal nicht so großgeschrieben wird, wie die Homepage zu vermitteln scheint.