Denunziantentum

9. Mai 2008

Ich bin so glücklich darüber, dass seit gestern Mittag mein Gustav wieder zu Hause ist. Das er das ist, hat mich sehr viel Nerven gekostet. Eigentlich wollte ich ihn ja schon Mittwochabend nach Hause holen, doch da wurde uns ja mit Jugendamt und Polizei gedroht, wenn wir das tun würden. Um dem vorzubeugen haben wir zugestimmt, dass er noch eine weitere Nacht bleibt.

Am Donnerstagmorgen um 7:00 Uhr war ich dann pünktlich im Krankenhaus um zu stillen und Gustav dann zu holen. Wenn ich gewusst hätte, dass dann ein weiterer Psychoterror beginnt, hätte ich mir Stephan als Verstärkung mitgenommen. Erst einmal sind die Ärzte mit einstündiger Verspätung zur Visite gekommen. Sie standen dann zu dritt vor meiner Liege und immer wieder haben sie darauf rumgehackt, dass der Gustav gar nicht vom Wickeltisch fallen könnte. Irgendwann wurden mir die fadenscheinigen Unterstellungen zu viel und ich habe dann gefragt, ob sie von mir hören wollen, dass Stephan den Gustav mit Absicht gestoßen hat und ich meinen Mann nun decken will. Da bekam der Assistenzarzt einen roten Kopf und meinte, dass es viele Väter gebe, die dass mit Absicht machen würden. Ich bin schier vom Glauben abgefallen, dass sie ernstlich glaubten, dass mein Partner das absichtlich getan hat.

Hinzu kam, dass sie mir vorhielten, dass ich mein Kind eher aus dem Krankenhaus holen wollte und fragten nun nach dem „Warum“. Ich habe ehrlicherweise gesagt, dass ich mich durch die ständige Fragerei der Schwester nicht mehr wohl gefühlt habe und dass es mir nicht gut ging. Hinzu kam die Abstellkammer mit der Liege, wo sie mich mit Gustav untergebracht hatten. Sie sagten mir dann ins Gesicht, dass es nicht wichtig ist, wie es mir geht und sie nur das Wohl des Kindes im Auge haben. Mir ist bei dieser Aussage die Luft weggeblieben, denn zum einen habe ich durch die offensichtlichen Anschuldigungen erst gar keine Milch mehr gehabt, dann hat sich meine Brust sehr stark entzündet und ich habe seit Dienstag 5 kg abgenommen. Und wenn es mir schlecht geht, geht es meinem Kind auch nicht gut. Irgendwann haben Sie dann die Fragerei beendet und haben mich dann noch 3 Stunden schmoren lassen, bis sie die Abschlussuntersuchung und den Abschlussbericht fertig hatten und ich endlich um 11:30 Uhr mit Gustav gehen durfte. Sie haben mich dann noch gebeten, einen Tag später, also heute zum Kinderarzt zu gehen, um noch einmal Gustav untersuchen zu lassen. Ich habe daraufhin gleich einen Termin bei einer Kinderärztin in Wurzen ausgemacht, wobei ich nur die eine Möglichkeit hatte, da die andere Kinderärztin in Urlaub ist. Als ich dann heute Morgen dort war, hat die Ärztin mir gleich erzählt, dass die Chefärztin vom Krankenhaus schon angerufen hat, um zu kontrollieren, ob ich auch wirklich komme. Ich war echt von den Socken.

Aber das dickste Ei kommt noch. Wir waren kaum eine Stunde zu hause, klingelt es. Und wer steht vor der Tür: das Jugendamt. Die Damen waren ja ganz nett und umgänglich, aber ich bin entsetzt, wie man unschuldig in die Fänge der Behörden gerät. Jetzt haben wir eine Akte und sind sozusagen „vorbestraft“. Die Damen fragten uns dann auch noch einmal, wie es passiert ist, guckten sich unser Bad mit Wickeltisch und unsere “Wohnverhältnisse” an. Da wir uns normal artikulieren können und es uns nicht an Bildung fehlt, waren sie nach 10 Minuten wieder weg. Ich hatte mich dann noch bei den beiden über die Verhältnisse und Anschuldigungen im Krankenhaus beschwert. Sie nahmen das zwar zu Kenntnis, aber das sich dort mal was ändern wird, ist eher unwahrscheinlich. Wenn es nach meiner Familie ginge, sollte ich die Ärzte wegen Verleumdung anzeigen. Aber ich will meine Nerven schonen und die Sache auf sich beruhen lassen. Vielleicht ist das ein Fehler, ich weiß es nicht…

Wären wir mit Gustav ganz normal zu einem Arzt gefahren, wie es Freunde von uns in einer ähnlichen Situation taten, wäre gar nichts passiert. Aber das Krankenhaus hat uns als schlechte Eltern denunziert, die ihren Sohn absichtlich vom Wickeltisch stoßen. In welcher Welt leben wir?

Wir lieben unseren Sohn über alles und sind sofort ins Krankenhaus gefahren, weil wir so eine Angst um ihn hatten. Wenn Sie sich doch mal um die Eltern kümmern würden, die Ihre Kinder verwahrlosen und verhungern lassen. Oder die Mütter die ihre Kinder töten. Ich bin derartig entsetzt darüber, was uns passiert ist und werde wohl noch eine Weile brauchen, um diese Geschichte zu verarbeiten…


Im Krankenhaus

7. Mai 2008

Gustav geht es sehr gut. Auch die letzten Tests heute Nachmittag haben keine Änderungen gezeigt. Eigentlich wollte ich ihn dann unbedingt mit nach Hause nehmen und meine Hebamme hat mich in dem Vorhaben noch bestärkt, da sie auch der Meinung war, wenn nichts festgestellt wird, warum soll er noch die Nacht da bleiben. Leider sahen das die Ärzte völlig anders, haben sogar mit Jugendamt und Polizei gedroht. Ich war außer mir, als ob ich zu den Müttern gehöre, die ihre Kinder ins Gefrierfach 20 Jahre lang legen oder im Wald aussetzen. Nach einigem Hin und Her habe ich dann unüberzeugter Weise zugestimmt, dass Gustav noch bis morgen früh dableibt. Ich hatte zwar angeboten, dass ich ihn über Nacht mitnehme und morgen früh noch einmal zur Kontrolle bringen, doch das ist angeblich aus behördlicher Sicht nicht möglich, da er erst entlassen werden müsste und morgen dann nicht mehr im Krankenhaus behandelt werden darf und zum Kinderarzt muss.

Aber aus diesem Unglück habe ich auch gelernt, dass ich das nächste Mal nicht gleich ins Krankenhaus sondern zu einem normalen Kinderarzt fahre. Es gibt nette Schwestern aber es gibt auch etliche Drachen. Die einen sind hilfsbereit, die anderen meckern nur rum. So habe ich heute, obwohl ich mehrmals “ja” gesagt habe, kein Frühstück und Mittagessen bekommen. Heute abend war wieder die nette Schwester da und sie hat sofort Abendbrot gebracht. Als stillende und begleitende Mama bekommt frau das Essen kostenlos, daher habe ich diesen Aufstand nicht verstanden. Die eine sagte, ich bekomme nichts weil ich dort nicht schlafe, die andere sagte wieder, dass das überhaupt keine Rolle spielt. Naja, so habe ich wenigstens eine Mahlzeit bekommen, der Rest tut meiner Figur tut. Ich hätte mich zwar Beschweren sollen, meine Familie hat mir dazu geraten, aber ich hatte nicht die Nerven dafür. Insgesamt bin ich vor allem über die Betreuung von Gustav enttäuscht. Alles was ich im Krankenhaus von Eilenburg kennen- und schätzen gelernt habe, wird dort nicht gemacht. Die Babytücher mit all der Chemie werden nicht ausgewaschen, die verklebten Augen wurden nicht gereinigt, es gibt keinen Stillraum oder bequemen Stillsessel. Die eine Schwester hat sogar kurz nach dem Stillen Druck gemacht, dass er sofort an die Überwachungsgeräte müsste, die nette Schwester hat mich in Ruhe stillen und kuscheln lassen. Heute früh war dann Gustav auch noch in einem anderen Raum, mehr eine Abstellkammer ohne Bett für mich. Nach einigem Drängen habe ich dann eine Klappliege bekommen, die wirklich “sehr bequem” war…. So unterschiedlich sind die Herangehensweisen.

Auf alle Fälle hole ich ihn morgen früh…

Hier ein paar Bilder aus dem Krankenhaus mit meinem Handy aufgenommen.


Horror Tag

7. Mai 2008

war gestern. Ich stand so unter Schock, das ich stundenlang nur geheult habe.

Was ist passiert? Wir sind früh um halb Sieben aufgewacht und nach einer kleinen Tastuntersuchung an Gustavs Strampler stand fest, er muss gewickelt werden. Nachdem ich das schon in der Nacht 2 x getan hatte und noch völlig müde war, habe ich Stephan gebeten, dass Wickeln zu übernehmen. Er ging dann auch mit dem Kleinen ins Bad und wenig später hörte ich nur einen dumpfen Knall und dann lautes Geschrei. Ich bin dann ins Bad gesprungen und habe Stephan gefragt, was denn passiert war. Erst druckste er ein wenig rum und dann gestand er, dass Gustav vom Wickeltisch gefallen ist. In dem Moment geriet ich so in Panik, herrschte Stephan nur noch an, dass er sich sofort anziehen soll und wir ins Krankenhaus müssen. Gustav lag derweil seelenruhig da und guckte uns nur an. Mein Gedanke war: hoher Wickeltisch, Fliesen, Köpfchen, innere Blutungen…

Wir also in Windeseile ins nahe gelegene Wurzener Krankenhaus, Notaufnahme. Und es dauerte in meinen Augen eine Ewigkeit, bis wir dann endlich zum Kinderarzt durften. Er untersuchte ihn dann sofort mit Ultraschall. Er konnte aber nichts feststellen, auch keine Knochenbrüche, einfach gar nichts. Trotzdem sagte man uns, dass Gustav für 48 Stunden überwacht werden muss, da zumindest eine Gehirnerschütterung zu erwarten war. Zum Hergang kann ich leider nicht viel sagen, da ich ja nicht dabei gewesen bin. Ich weiß nur soviel, dass er sich zwar noch nicht drehen kann aber mit seinen Beinen und Po immer wieder so eine Art Luftsprünge macht. Dabei ist er wohl verrutscht, gefallen und Gott sei Dank mit dem Bauch aufgekommen und nicht mit dem Köpfchen. Das innerhalb von einer Sekunde, denn Stephan hat sich nur kurz zum Waschbecken umgedreht, um  den Waschlappen naß zu machen.

Zurück zum Krankenhaus: nachdem das Prozedere beim Kinderarzt vorbei war, ging das Nächste los. Die ganzen Kabel, Blutabnahme, da und dort Papierkram unterschreiben- und ich war nur am heulen. Mein kleiner Gustav in den Händen der vielen Schwestern und Ärzte. Das ging den ganzen Vor- und Nachmittag. Zwischendurch schickten sie mich zur Apotheke, eine Milchpumpe zu holen. Vorher noch zum Frauenarzt, da ich ein Rezept brauchte. Gott sei Dank war Stephan immer an meiner Seite, alleine hätte ich das nicht durch gestanden. Ich war zwar erst sehr sauer auf ihm, weil er mir erst nicht sagen wollte, was passiert ist. Er hat das damit begründet, dass er befürchtete, dass ich mich darüber aufregen würde. Der ist gut, als Mama habe ich Todesängste gehabt.

Ich bin dann gestern bis spät in die Nacht im Krankenhaus geblieben, habe noch abgepumpt, sodass er in der Nacht meine Muttermilch trinken konnte. Durch die ganze Aufregung hatte ich dann gestern Abend fast gar keine Milch mehr und geriet dann noch in zusätzliche Aufregung, weil ich bisher eigentlich immer viel zu viel hatte. Dies war aber unbegründet, heute Nacht habe ich wieder soviel produziert, dass ich heute früh vor der Fahrt zum Krankenhaus noch ein ganzes Flächchen abpumpen konnte.

Heute Morgen bin ich gleich wieder hin, stillen und Arzt befragen, ob es eine Veränderung gegeben hat. Zu unserem Glück, hatte sich nichts negativ verändert.

Heute früh hatte dann eine andere Schwester wieder Dienst und diese hat mich bis vorhin auch noch fertig gemacht. Immer wieder hat sie gefragt, wie denn das passieren konnte. Immer und immer wieder, als ob sie von der Polizei ist und mich nun überführen will.

Die anderen Schwestern gestern dagegen, waren so nett, haben mich immer wieder damit getröstet, dass es fast in jeder Familie vorkommt und der Arzt hat uns noch einmal beruhigt, dass in den meisten Fällen dabei gar nichts passiert. Auch mein Vater und die Tante von Stephan, alle erzählten, das Ihnen das auch passiert ist. Ich habe mich trotzdem schuldig gefühlt, weil ich Stephan zum Windeln geschickt hatte und ich es nicht selber getan habe. Andererseits hätte es mir auch passieren können. Unser Kleiner ist schon so agil, dass wir jetzt immer höllisch aufpassen müssen. Die Konsequenz war gestern Abend, als ich noch im Krankenhaus war, dass Stephan die Wickelkommode abgebaut hat und wir alles auf den Boden verlagert haben.

Nachher fahre ich wieder ins Krankenhaus, mit ihm kuscheln und stillen und hoffentlich können wir ihn morgen früh um 7:00 Uhr wieder nach Hause holen. Ich bekomme jedes Mal Heulkrämpfe wenn ich den leeren Kinderwagen sehe. Wie soll das nur werden, wenn er später 14 Tage ins Ferienlager fährt oder mal wirklich ernsthaft krank wird? Aber darüber sollte ich mir keine Gedanken machen. Ich bin froh, dass Gustav gestern 1000 Schutzengel hatte und nichts passiert ist.


Mein Geburtsbericht….

24. April 2008

ist wenig spektakulär. Alle Horrorgeschichten die ich vorher von anderen Frauen gehört und gelesen habe, sind Gott sei Dank nicht eingetreten.

Wie ich in den vorherigen Blogs schon geschrieben hatte, hatte ich in der Woche vor Gustavs Geburt immer wieder Wehen. Diese wurden Freitagabend, nachdem Stephan um 23:00 Uhr !!! noch eine böse Arbeits-E-Mail bekommen hatte und ich mich furchtbar darüber aufgeregt habe, recht deutlich. Sie waren aber auszuhalten, sodass ich ganz normal Freitagabend schlafen gegangen bin. Gegen 5:00 Uhr früh bin ich aufgewacht und der erste Gedanke war, heute geht es wirklich los. Ich bin dann aufgestanden und habe meine Krankenhaustasche gepackt. Anschließend habe ich Stephan geweckt und mich noch eine Stunde zu ihm gekuschelt. In dieser Zeit kamen die Wehen rund alle 6 Minuten. Um 7:00 Uhr hat es mich dann nicht mehr gehalten und habe im Kreißsaal angerufen, ob ich denn kommen könnte (bis dahin war ich mir noch nicht 100%ig sicher, ob es nicht doch Übungswehen sind). In diesem Moment hatte ich das erste Mal Kontakt mit meiner Geburts-Hebamme Peggy, die meinte, wenn ich starke Schmerzen habe, soll ich gleich los fahren. Was ich dann auch tat und so gegen 7:45 war ich dann im Eilenburger Krankenhaus.

Der Anfang war für mich ziemlich stressig, da ich Angst in Krankenhäusern bekomme. Nervig war vor allem, dass wir noch das ganze bürokratische Prozedere erledigen mussten. Ich lag am CTG mit Wehen und wurde dann gefragt, was ich wann für welche Krankheiten hatte, was mein Beruf ist, usw. Als ob mich das in diesem Moment interessiert hätte. Da der Muttermund zu diesem Zeitpunkt erst 3 cm offen war, wurde ich auf ein anderes Zimmer außerhalb des Kreißsaales gebracht. Dort hat es mich aber nicht gehalten und ich hatte den Drang mit Stephan den langen Krankenhausgang hoch und runter zu laufen. So gegen 9:00 Uhr hatte ich so starke Wehen, dass ich das ganze abbrechen wollte und gefragt habe, was die Schwester denn jetzt tun könnte. Die bittere Wahrheit war, dass sie gar nichts tun konnte. Ich durfte dann aber zurück in den Kreißsaal, wo ich dann einen Einlauf und eine schicke unten rum Rasur bekommen habe. Laut Mutterpass stellten Sie nun fest, dass eine wichtige Blutuntersuchung fehlte, die nun dringend nachgeholt werden musste. Also Kanüle rein in meinen Arm und die Vampire begannen zu saugen. Wie ich das liebe…

Im Laufe der Zeit wurden die Wehen in kürzeren Abständen so heftig, sodass ich nach einem Schmerzmittel gefragt habe. Ich bin froh, dass sie nicht gleich wie in anderen Kliniken eine PDA gemacht haben, sondern mir eine “LMA” Spritze verabreicht haben. Diese bewirkt, dass frau zwischen den Wehen einschläft und pünktlich zu jeder neuen Wehe wach wird. Irgendwann zwischen 11 und 12 Uhr waren die Wehen dann so schlimm, dass ich mich furchtbar erbrechen musste (im Nachhinein mit fast der schlimmste Moment). Wenn ich aber gewusst hätte, dass gegen 13:00 Uhr dann noch einmal 5 oder 6 Killerwehen kommen würden, hätte ich mich sicherlich vorher totschlagen lassen. So aber habe ich diese durchlebt und wenn ich bis dahin nicht geschrieen habe, so tat ich es bei den letzten 5 Wehen. Ich wundere mich dass ich anschließend überhaupt noch Stimme gehabt habe. Die ganze Zeit saß Stephan hinter oder neben mir und ich habe seine Hand zerquetscht. Zwischendurch hat Peggy immer wieder den Muttermund kontrolliert und dann hat sie beschlossen, dass sie meine Fruchtblase aufmacht. Dabei hatte ich immer die Befürchtung, dass meine Fruchtblase irgendwo in einem Supermarkt aufgeht und auf einmal ist alles ganz anders gekommen.

Irgendwann nach 13:00 Uhr hat dann Peggy zu mir gesagt, dass ich jetzt aufhören soll mit schreien, ich soll meine ganze Kraft ins Pressen verlegen. Da war ich ganz verblüfft: “wie jetzt schon Pressen?”, ich habe immer auf die Monster-Wehen gewartet, da Peggy irgendwann mal sagt, sie werden noch schlimmer. So tat ich wie geheißen und presste was das Zeug hielt. Nach drei oder vier Presswehen war dann Gustav um 13:30 Uhr endlich auf der Welt. Da ich während der ganzen Presserei die Augen zu hatte, habe ich auch nicht mitbekommen, dass der Arzt einen Dammschnitt machte. Im Nachhinein bin ich aber froh darüber, denn wenn ich den Arzt mit der Schere gesehen hätte, wäre ich sicherlich vom Bett aufgesprungen und weggelaufen.

Nun kam der schönste Moment meines Lebens, Stephan schnitt die Nabelschnur durch und anschließend legten sie mir meinen Gustav in die Arme. Da habe ich vor Glück richtig doll geweint (ups, jetzt stehen mir schon wieder die Tränen in den Augen). Diese Zeit wurde dazu genutzt, dass Peggy noch die Nachgeburt aus meinem Bauch herausholte. Auch das habe ich alles nicht gesehen und ich musste Stephan fragen, wie denn so etwas aussieht. Leider wurde Gustav nach dieser Prozedur wieder abgeholt und unter die Höhensonne gelegt, während ich genäht und gesäubert wurde. Zwischenzeitlich wurde dann bei Gustav auch gleich die U1 durchgeführt, sowie gebadet und angezogen und ich bekam ihn ganz schnell in meine Arme zurück…

Das ist schon das Ende meines Geburtsberichtes. Ich konnte dann mit Gustav und Stephan in mein Zimmer.

Heute bin ich so glücklich darüber, dass ich laut meiner Hebamme Peggy eine Bilderbuch Geburt hatte und der Gustav gesund und munter auf die Welt gekommen ist. Was gibt es Schöneres?

Ich möchte mich hier ganz herzlich bei Peggy bedanken, die mich während der Geburt sehr gut begleitet hat. Sie war die Ruhe selbst und ich habe es sehr geschätzt, dass sie klare und deutliche Anweisungen gemacht hat, sodass der Gustav so schnell auf die Welt gekommen ist.

Gustav im Kreißsaal, er wird das erste Mal gewickelt…

Mama Jana mit Gustav im Kreißsaal… boh sehe ich fertig aus


Geburtsstation Eilenburg

22. März 2008

Meine neue Hebamme arbeitet nicht nur bei meinem neuen Frauenarzt immer Mittwochs in seiner Praxis und betreut die Vorsorge für Schwangernde, sondern auch als Hebamme im Krankenhaus Eilenburg. Da das von uns nur 10 km entfernt ist und sie sehr nett ist, konnten wir heute abend den Kreißsaal mir ihr besichtigen. Sie hat uns alles ganz ausführlich erklärt und ich war überrascht, dass es im Gegensatz zu den Fotos die im Internet zu dem Krankenhaus stehen, es dort ganz nett aussieht.

Vor allem der Kreißsaal ist sehr freundlich und das “Entbindungsbett” richtig modern in schönen gemütlichen, warmen Farben. Hier habe ich ein Foto gefunden, wie das Entbindungsbett aussieht… (es fehlen nur die Kissen und dass das Bett in orange gelb-Tönen ist).

Entbindungsbett

Nachdem ich dort nun schon einmal war und es heute abend keinen Notfall gab, haben wir gleich noch die Akupunktur nachgeholt, die wir beim letzten Termin vergessen haben. Eigentlich war es schon meine 2. Akupunktur, aber die erste, die zur Vorbereitung auf die Geburt gemacht wurde. Der Grund dafür ist: “Eine Studie der Frauenklinik in Mannheim hat gezeigt, dass Akupunktur bei Erstgebärenden die Geburtsdauer im Schnitt von zehn auf acht Stunden verkürzt. Dieser positive Effekt beruht auf einer schnelleren Reifung des Gebärmutterhalses (Cervix) und einer gezielteren Wehentätigkeit in der Eröffnungsphase; also in der Zeit bis zur vollständigen Öffnung des Muttermundes.” Quelle: Gesundheit.de

Die Nadeln selber habe ich bis auf eine überhaupt nicht gespürt. Dafür war die eine Nadel so heftig, dass sie wie ein Stromschlag durch meinen ganzen Körper ging und mein Bein richtig doll zu zittern an fing. Sie hat dann die Nadel noch einmal herausgeholt und neu gesteckt. Trotzdem spüre ich den Punkt an meinem Bein immer noch, obwohl es schon über 5 Stunden her ist. Überhaupt habe ich seit 2 Stunden das Gefühl, einen wahnsinnigen Muskelkater in den Beinen zu haben. Ich bin erstaunt darüber, was so dünne Nadeln bewirken können. Drei Sitzungen muss ich noch machen und ich hoffe, dass sie die Geburt tatsächlich verkürzen werden.


Montagsfrust - das örtliche Krankenhaus

17. März 2008

Da wir ja nun in der Nähe von Wurzen leben und das örtliche Krankenhaus nur 5 Minuten von uns entfernt ist, war ich kurzfristig der Meinung, vielleicht dort entbinden zu können.  Mit diesen Gedanken und einer umfangreichen Recherche auf der Internetseite des Krankenhauses, habe ich heute morgen voller Elan auf der Geburtsstation angerufen, um nach einem Besichtigungstermin des Kreißsaales zu fragen. Auf der Homepage steht nämlich sehr einladend, dass man anrufen soll, um einen Termin zu vereinbaren.

Was musste ich aber erleben? Eine sehr schlecht gelaunte Krankenschwester ging ans Telefon und bellte mich sofort an, dass das heute nun überhaupt nicht ginge. Ich war so verblüfft, dass ich nur sagte, dass es mir gar nicht um heute ging, sondern um einen Termin im Laufe dieser oder nächster Woche. In einem herrischen Ton bellte sie zurück, ich solle jeden Tag anrufen, um zu fragen, wann es denn ginge, Termine könnte sie mir keine nennen. Das die gute Frau im Streß stand, weil die 4 Entbindungszimmer heute morgen voll belegt war, kann ich ja verstehen. Was ich nicht akzeptiere, war der Ton und die Art der Schwester. Ein Feldwebel ist ein Waisenknabe dagegen. Wenn Sie wenigstens nett gesagt hätte, dass es heute ungünstig wäre und sie würde mich zurückrufen, wäre das ein anderer Schnack gewesen, aber so?

So habe ich heute beschlossen, wenn mir genügend Zeit bleibt, fahre ich wie vereinbart ins Elisabeth-Krankenhaus nach Leipzig. Dort waren alle sehr nett (der Chefarzt hat dort die Feindiagnostik bei mir gemacht) und die Geburtsstation sah nicht aus wie eine Klinik.

Soviel zum Thema Service, der wohl beim hiesigen Krankenhauspersonal nicht so großgeschrieben wird, wie die Homepage zu vermitteln scheint.