Mein Geburtsbericht….
24. April 2008ist wenig spektakulär. Alle Horrorgeschichten die ich vorher von anderen Frauen gehört und gelesen habe, sind Gott sei Dank nicht eingetreten.
Wie ich in den vorherigen Blogs schon geschrieben hatte, hatte ich in der Woche vor Gustavs Geburt immer wieder Wehen. Diese wurden Freitagabend, nachdem Stephan um 23:00 Uhr !!! noch eine böse Arbeits-E-Mail bekommen hatte und ich mich furchtbar darüber aufgeregt habe, recht deutlich. Sie waren aber auszuhalten, sodass ich ganz normal Freitagabend schlafen gegangen bin. Gegen 5:00 Uhr früh bin ich aufgewacht und der erste Gedanke war, heute geht es wirklich los. Ich bin dann aufgestanden und habe meine Krankenhaustasche gepackt. Anschließend habe ich Stephan geweckt und mich noch eine Stunde zu ihm gekuschelt. In dieser Zeit kamen die Wehen rund alle 6 Minuten. Um 7:00 Uhr hat es mich dann nicht mehr gehalten und habe im Kreißsaal angerufen, ob ich denn kommen könnte (bis dahin war ich mir noch nicht 100%ig sicher, ob es nicht doch Übungswehen sind). In diesem Moment hatte ich das erste Mal Kontakt mit meiner Geburts-Hebamme Peggy, die meinte, wenn ich starke Schmerzen habe, soll ich gleich los fahren. Was ich dann auch tat und so gegen 7:45 war ich dann im Eilenburger Krankenhaus.
Der Anfang war für mich ziemlich stressig, da ich Angst in Krankenhäusern bekomme. Nervig war vor allem, dass wir noch das ganze bürokratische Prozedere erledigen mussten. Ich lag am CTG mit Wehen und wurde dann gefragt, was ich wann für welche Krankheiten hatte, was mein Beruf ist, usw. Als ob mich das in diesem Moment interessiert hätte. Da der Muttermund zu diesem Zeitpunkt erst 3 cm offen war, wurde ich auf ein anderes Zimmer außerhalb des Kreißsaales gebracht. Dort hat es mich aber nicht gehalten und ich hatte den Drang mit Stephan den langen Krankenhausgang hoch und runter zu laufen. So gegen 9:00 Uhr hatte ich so starke Wehen, dass ich das ganze abbrechen wollte und gefragt habe, was die Schwester denn jetzt tun könnte. Die bittere Wahrheit war, dass sie gar nichts tun konnte. Ich durfte dann aber zurück in den Kreißsaal, wo ich dann einen Einlauf und eine schicke unten rum Rasur bekommen habe. Laut Mutterpass stellten Sie nun fest, dass eine wichtige Blutuntersuchung fehlte, die nun dringend nachgeholt werden musste. Also Kanüle rein in meinen Arm und die Vampire begannen zu saugen. Wie ich das liebe…
Im Laufe der Zeit wurden die Wehen in kürzeren Abständen so heftig, sodass ich nach einem Schmerzmittel gefragt habe. Ich bin froh, dass sie nicht gleich wie in anderen Kliniken eine PDA gemacht haben, sondern mir eine “LMA” Spritze verabreicht haben. Diese bewirkt, dass frau zwischen den Wehen einschläft und pünktlich zu jeder neuen Wehe wach wird. Irgendwann zwischen 11 und 12 Uhr waren die Wehen dann so schlimm, dass ich mich furchtbar erbrechen musste (im Nachhinein mit fast der schlimmste Moment). Wenn ich aber gewusst hätte, dass gegen 13:00 Uhr dann noch einmal 5 oder 6 Killerwehen kommen würden, hätte ich mich sicherlich vorher totschlagen lassen. So aber habe ich diese durchlebt und wenn ich bis dahin nicht geschrieen habe, so tat ich es bei den letzten 5 Wehen. Ich wundere mich dass ich anschließend überhaupt noch Stimme gehabt habe. Die ganze Zeit saß Stephan hinter oder neben mir und ich habe seine Hand zerquetscht. Zwischendurch hat Peggy immer wieder den Muttermund kontrolliert und dann hat sie beschlossen, dass sie meine Fruchtblase aufmacht. Dabei hatte ich immer die Befürchtung, dass meine Fruchtblase irgendwo in einem Supermarkt aufgeht und auf einmal ist alles ganz anders gekommen.
Irgendwann nach 13:00 Uhr hat dann Peggy zu mir gesagt, dass ich jetzt aufhören soll mit schreien, ich soll meine ganze Kraft ins Pressen verlegen. Da war ich ganz verblüfft: “wie jetzt schon Pressen?”, ich habe immer auf die Monster-Wehen gewartet, da Peggy irgendwann mal sagt, sie werden noch schlimmer. So tat ich wie geheißen und presste was das Zeug hielt. Nach drei oder vier Presswehen war dann Gustav um 13:30 Uhr endlich auf der Welt. Da ich während der ganzen Presserei die Augen zu hatte, habe ich auch nicht mitbekommen, dass der Arzt einen Dammschnitt machte. Im Nachhinein bin ich aber froh darüber, denn wenn ich den Arzt mit der Schere gesehen hätte, wäre ich sicherlich vom Bett aufgesprungen und weggelaufen.
Nun kam der schönste Moment meines Lebens, Stephan schnitt die Nabelschnur durch und anschließend legten sie mir meinen Gustav in die Arme. Da habe ich vor Glück richtig doll geweint (ups, jetzt stehen mir schon wieder die Tränen in den Augen). Diese Zeit wurde dazu genutzt, dass Peggy noch die Nachgeburt aus meinem Bauch herausholte. Auch das habe ich alles nicht gesehen und ich musste Stephan fragen, wie denn so etwas aussieht. Leider wurde Gustav nach dieser Prozedur wieder abgeholt und unter die Höhensonne gelegt, während ich genäht und gesäubert wurde. Zwischenzeitlich wurde dann bei Gustav auch gleich die U1 durchgeführt, sowie gebadet und angezogen und ich bekam ihn ganz schnell in meine Arme zurück…
Das ist schon das Ende meines Geburtsberichtes. Ich konnte dann mit Gustav und Stephan in mein Zimmer.
Heute bin ich so glücklich darüber, dass ich laut meiner Hebamme Peggy eine Bilderbuch Geburt hatte und der Gustav gesund und munter auf die Welt gekommen ist. Was gibt es Schöneres?
Ich möchte mich hier ganz herzlich bei Peggy bedanken, die mich während der Geburt sehr gut begleitet hat. Sie war die Ruhe selbst und ich habe es sehr geschätzt, dass sie klare und deutliche Anweisungen gemacht hat, sodass der Gustav so schnell auf die Welt gekommen ist.
Gustav im Kreißsaal, er wird das erste Mal gewickelt…
Mama Jana mit Gustav im Kreißsaal… boh sehe ich fertig aus


Verfasst von janasworld


